KARDINAL NIDHARD / NEIDHARDT

Beichtvater und Ratgeber der Königin von Spanien, Geheimer Rat, Grossinquisitor, Erzbischof von Odessa (Edessa) und Kardinal in Rom.

(Andere Schreibweisen: Nidhardus, Neidharth, Neidhardt, Nidhard, Neüthardt, Neidthardt)

(Einer von vielen Neidhart/Nithart/ Namensträgern)

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Kardinal Neidhardt (Johann Eberhard Graf Neidhardt)  

Man findet verschiedene Schreibweisen seines Namens: Neidarth, Neüthardt, Neidthardt, Nidhard und Neidhardt. Mit der Erhebung der Familie in den Grafenstand wurde „Neidhardt“ als die offizielle Schreibweise bezeichnet. Der Kardinal selbst bevorzugte die Schreibweise Nidhard.  

Johann Eberhard Neidhardt wurde am 8. Dezember 1607 auf Schloss Falkenstein in Oberösterreich geboren. Am 6. Oktober 1631 trat er dem Jesuitenorden bei. In Graz lehrte er an der dortigen Akademie Philosophie, Ethik und Kirchenrecht. 1644 wurde Neidhardt von Kaiser Ferdinand III. an den Wiener Hof berufen, wo er als Hofprediger, Lehrer und Beichtvater der Erzherzogin Maria Anna wirkte. 1649 begleitete Neidhardt die Erzherzogin nach Spanien, wo diese König Philippe IV. heiratete und somit Königin von Spanien wurde.  

König Philippe starb 1665. Er ordnete noch zu seinen Lebzeiten an, dass die Königin mit erfahrenen Ratgebern umgeben werden sollte. Diesem Staatsrat gehörte auch Neidhardt als Grossinquisitor an. Der steigende Einfluss Neidhardt’s bei den Regierungsgeschäften missfiel dem spanischen Adel. Auch Philipps unehelicher Sohn namens Don Juan d’Austria verlangte für sich mehr Mitspracherecht in der Politik und erzwang sogar die Entfernung von Neidhardt. 1669 musste dieser Spanien verlassen.

In Rom, seinem neuen Wirkungsort, hatte Neidhardt erneut gegen Intrigen zu kämpfen. Vorerst musste er sich mit dem Amt eines aussergewöhnlichen Gesandten und dem Titel eines Erzbischofs von Odessa begnügen. Erst am 22. Februar 1672 erlangte er unter Papst Klemenz X. die von verschiedenen Seiten für ihn angestrebte Kardinalswürde.  

Kardinal Neidhardt starb neun Jahre später am 1. Februar 1681 und wurde in der Kirche Jesu in Rom begraben.

Zu seinen Lebzeiten veröffentlichte Neidhardt unter anderem ein Buch über die unbefleckte Empfängnis Marias und ein anderes über sein Verhältnis zu Don Juan.  

Es existieren in den Archiven des Jesuiten-Ordens in Rom zahlreiche Dokumente über Johann Eberhard Neidhardt. Eine Einsicht in dieselben könnte helfen seine Biographie zu vervollständigen. Für ergänzende Angaben zu dieser Person sind wir sehr dankbar.

 

           

Neidhardt-Wappen, Portraits und Ausschnitte aus einer Biographie

 

Foto seines Grabsteines in der Kirche Jesu in Rom. Das Grab teilt er mit einem weiteren Kardinal.

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