NITHARD

 Geschichtsschreiber, Enkel Karls des Grossen

(Einer von vielen Neidhart/Nithart-Namensträgern)

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Ungeklärt ist, ob Nithard mit dem heilig gesprochenen Benediktinermönch gleichen namens verwandt war.

Nithard, Sohn von Bertha, einer Tochter Karls des Grossen und Angilbert, fränkischer Vertrauter am Königshof, gilt als bedeutender Geschichtsschreiber. Er verfasste die Geschichte von Ludwig dem Frommen und seinen Söhnen und dokumentierte die Strassburger Eide. Sein 4-bändiges Werk „Historiae“ gilt als wichtigste Geschichtsquelle seiner Zeit. Er war zudem, wie sein Vater, Laienabt (abbas et comes) von St. Riquier bei Abbeville in der Picardie.

Nithard beschrieb nicht nur das europäische Geschehen, sondern war auch als Diplomat und Kämpfer aktiv daran beteiligt, so auch in der Schlacht von Fontenoy 841. Einige Historiker glauben, dass Nithard in der Schlacht von Angoumois am 14. Juni 844 gefallen ist, andere nehmen an, dass er erst am 15. Mai 845 bei Ponthieu durch die Normannen getötet wurde. Auch 843 wird als mögliches Sterbedatum genannt.  

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* Liste der Äbte von St. Riquier um das 9. Jahrhundert. Angilbertus und Nithardus findet man in der 3. Linie, Riboldo (Ribbodon) und Rodulphus in der 4. Linie, Geulpho (Guelfon) sowie Karl der Grosse in der 5. Linie.

Das Karolingische Kloster Riquier wurde unter dem Regime von Karl dem Grossen erbaut und galt als Vorbild für andere Klöster (Darstellung aus der Zeit um 820).

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Nithard der Geschichtsschreiber sowie der heilige Nithard gelten als die frühesten gut bekannten Träger dieses Namens. Die älteste Namenserwähnung datiert aus der Zeit um 400. Gemäss einer Germanischen Sagenüberlieferung soll im Fränkischen Raum ein König Nidhard gelebt haben.

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