MATHIS GOTHART NITHAR

  genannt  GRÜNEWALD 

(Einer von vielen Neidhart/Nithart/ Namensträgern)

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Wer hat wirklich die meisterhaften Altarbilder zu Isenheim gemalt, welche im Museum Unterlinden in Colmar zu bewundern sind? Wie  lautet der richtige Name des Klünsters, , welcher allgemein als Grünewald bezeichnet wird?

Grünewald? - Meister Mathis? - Mathis Gothart? - Mathis Nithart? - Mathis Gothart Nithart?

Mathis Gothart Nithart (Grünewald), Maler und Wasserbaumeister (gest. 1528)  

Es wird vermutet dass Mathis (Matheiss, Mathes, Thiss) um 1480 in Würzburg geboren wurde. Gemäss der umstrittenen „Nithardum Cronica“ soll er bereits am 24.2.1455 in Würzburg als Sohn des Ulmer Baumeisters Hans Nithart (Neythart) geboren worden sein. Diese Familienchronik besagt weiter, dass er von ca. 1467 bis 1475 vermutlich in Strassburg eine Malerlehre absolviert habe. 1479 oder 1480 soll er Anna Lotz in Seligenstadt geheiratet haben. Weitere angebliche Stationen waren Aschaffenburg und Basel. Ob er eine Italienreise absolviert hat, ist unklar. 1491 soll Mathis Gothart Nithart (MGN) nach dem Tod Schongauers die Breisacher Fresken vollendet haben. Für all diese Überlieferungen in der „Nithardum Cronica“ gibt es jedoch keine Beweise und Dokumente. Sicher ist jedoch, dass MGN um 1510 als Wasserbaumeister resp. Wasserkunstmacher in Bingen und als Hofmaler des Mainzer Erzbischofs tätig war. Zwischen 1512 und 1516 schuf er den Isenheimer Altar. 1517 adoptierte er angeblich seinen unehelichen 5-jährigen Sohn Andres (Endres). Drei Jahre später wurde Meister Mathis, wie er in Urkunden genannt wird, Hofmaler Albrechts von Brandenburg. Zwischen 1521 und 1525 malte der Künstler "Erasmus und Mauritius" und die "Aschaffenburger Beweinung" (letztere eventuell bereits um 1518).

Bei den Bauernaufständen 1525 soll MGN gemäss der „Nithardum Cronica“ gefangengenommene Bauern befreit haben und sich durch eine Flucht nach Frankfurt der drohenden Verhaftung entzogen haben. Nithart soll darauf hin seinen Sohn Andres zu einem Orgelbauer in Seligenstadt gebracht haben. 1527 oder 1528 übersiedelte der Maler nach Halle, wo er vermutlich am 31.8.1528 starb.

Laut der Familienchronik "Nithardum Cronica" leben noch heute Nachfahren des Andres Nithart.

Umstritten bei der Person MGN sind die Zunamen Gothart und Grünewald. Eine Erklärung für Gothart wäre, dass sich der Maler dem zunehmenden Missbrauch des Namens Nithart, als Synonym für den Teufel, mit einem "Künstlernamen" schützen wollte. Den Namen Grünewald dürfte man ihm erst nach seinem Tod fälschlicherweise zugesprochen haben. Prof. Rieckenberg widerspricht dieser These ebenso, wie die der Adoption von Andres. Umstritten ist auch, ob seine Frau Anna, im Bewusstsein ihrer schweren Krankheit, ihrem Mann ein Verhältnis mit Maria Hutter ermöglicht hat. Unklar ist ebenso, wie vieles im Leben von Mathis Gothart Nithart (Grünewald), ob und wie gut er seine Zeitgenossen Albrecht Dürer und Leonardo da Vinci gekannt hat.

Unterschiedliche Angaben zu MGN rühren unter anderem daher, dass zu jener Zeit im Umfeld des Malers ein Bilderschnitzer namens Mathis (Matthias) Grün (event. Grünewald) gelebt hat, dessen Frau ebenfalls Anna hiess.

Zu Verwechslungen könnten auch die Gemeinsamkeiten des Malers Nithart mit dem Führer des Bauernaufstandes im Sundgau Matthis Nithart von Eschentzwiller verleiten, welcher ebenfalls zu dieser Zeit lebte.

Dokumentarisch einwandfrei gesichert ist einzig der Tod des Malers, Wasserkunstmachers und Seifensieders im Jahre 1528. Der Rest sind Vermutungen, Spekulationen und Annahmen.  

Anmerkung: Obige Daten und Angaben erheben keinen Anspruch auf Korrektheit und sind wie schon erwähnt teilweise umstritten. Im Speziellen gilt dies für die Thesen von Dr. Vossberg, der die Glaubwürdigkeit der „Nithardum Cronica“ zu beweisen versuchte. In Anbetracht jedoch seiner über 30-jährigen akribischen Forschungstätigkeit muss auch diese Quelle für weitere Nachforschungen über „Grünewald“ berücksichtigt werden. Siehe dazu auch unter "Verschiedenes: Nithardun Cronica": Die Familie Niedhardt und die Nithardum Cronica 

Quellen für diesen Aufsatz.: Sandrart, Zülch, Rieckenberg, Dr. Herbert Vossberg, Dr. Rudolf Edwin Kuhn, Nithardum Cronica (Familienchronik Nithart / Niedhardt), Ausstellung und Buch „Das Rätsel Grünewald“ u.a.  

30.12.02  Roger Neidhart  

Links: Angebliches Selbstportrait von Meister Mathis (Erlangen Universitätsbibliothek)

Rechts:  Mathis Gothart Nithart Brunnen  in Würzburg

   

Untenstehende Bilder stammen aus dem Buch "Le maître d'Issenheim: Grünewald"

 

        

       

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Weitere  Bilder von  Mathis Nithart

       

Links: Die Heiligen Erasmus und Mauritius - Mitte: Kreuzigung   - Rechts: Kreuztragung Christi.

Der Heilige Laurentius

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