Der Minnesänger NEIDHART VON REUENTAL

(Neithart von Reuenthal, Riuwental, Riwental)

 (Einer von vielen Neidhart/Nithart-Namensträgern)

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Der wahrscheinlich in Bayern geborene Neidhart von Reuental gilt als einer der populärsten ritterlichen Dichter und Sänger des 13. Jahrhunderts. Er beeinflusste die Dichtkunst während langer Zeit.

Seine Geburts- und Sterbedaten sind umstritten und variieren von 1170-1190 für das Geburtsdatum und von 1237-1250 für das Sterbedatum. Am häufigsten werden 1180 und 1240 genannt. Sein Grab soll sich im Stephansdom befinden. Er stammt angeblich von einem verarmten adeligen Geschlecht ab. Andere Quellen besagen, dass er seine Besitzungen im Streit mit dem Bayernherzog verloren habe. Neidhart von Reuental nahm 1217 an einem Kreuzzug teil und liess sich danach im heutigen Österreich nieder, wo er in adeligen Kreisen Unterstützung fand.

Seine Lieder und Gedichte werden als höfische Dorfpoesie bezeichnet. Mit 17 Melodien und über 60 Gedichten gehört er auch heute noch zu den bekanntesten Minnesängern. Neidhart von Reuental ergänzte die herkömmliche  Poesie mit ländlichen, folkloristischen Elementen. Anstatt wie im traditionellen Minnegesang, in welchem eine idealisierte Darstellung von der ritterlichen Liebe besungen wird, beschreibt er in seinen Werken in satirischer, abwertender Weise das ländliche Leben. Seine Texte sind durchsetzt mit derben Ausdrücken und vielen Doppeldeutungen welche nur schwer übersetzbar sind. Damit wurde erstmals das Ländliche, Bäuerliche in die Dichtkunst eingebracht. Typisch für seine Poesie ist die Unterteilung in Winter- und Sommerlieder.

 

Es existieren einige ausgezeichnete Aufnahmen von Neidhart von Reuental’s Lieder, so zum Beispiel vom Ensemble „Tourdion & Manfred Kaempfert“ mit dem Titel: „Her Nîthart hât gesungen“ (Ref. Tourdion TCD2-DDD).Siehe dazu die Seite www.tourdion.de/

Auszüge von ihrer CD "Mirst von Herzen leide"  *

Die Gruppe „Joculatores Upsalienses“ hat folgende zwei Lieder aufgenommen: ,  „Drei Maienlieder" und " Winder, dîniu meil“.

 (Ref. BIS-CD-75) 

                                                            Viele Gemälde und Zeichnungen sind geprägt von Neidhart von Reuental’s Lyrik.

 

Nachfolgend einige Darstellungen des Minnesängers: 

          

Links: Neidhart von Reuental: Kleinmalerei in der „Manessischen Liederhandschrift“ (Codex Manesse)

Mitte-links: Überreste eines Freskenschmuckes im ehemaligen Festsaal des Hauses Tuchlauben 19 in Wien. Die Wände waren mit Darstellungen aus Neidhart’s Schwänken geschmückt und wurden im Auftrag von einem wohlhabenden Tuchhändler von einem einheimischen Künstler geschaffen (um 1400)**

Mitte-rechts: Bauern versuchen des Grab Neidhart's im Stephansdom von Wien zu zerstören.

Rechts: Grabmal im Stephansdom zu Wien.

 *  Bildquelle: Manfred Kaempfert

**  Bildquelle: Wiener Museum AEIOU

     

Die beiden Gravuren entstammen dem Buch: "Herr Neidhart diesen
Reihen sang", Kümmerle Verlag, Göppingen, 1989 (Siegfried Beyschlag und Horst
Brunner).
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