DAS KLOSTER ST GALLEN

( Mit Neidhart/Nithart/ Namensträgern)

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1  Geschichte  

Um 590 machten sich die irischen Mönche Kolumban, Gallus und weitere Gefährten auf den Weg nach Frankreich und Alemannien. Wegen Krankheit baute sich Gallus 612 bei der heutigen Stadt Sankt Gallen eine Klause. Seiner Frömmigkeit und Weisheit wegen pilgerten alsbald viele Bewohner aus der Umgebung zu seinem Bethaus. Gallus starb um 645. Sein Gedenktag ist der 16. Oktober.

Im Jahre 719 oder 720 gründete der alemannische Priester Othmar an der Stelle wo Gallus begraben war ein Kloster. 747 übernahmen die Mönche die Benediktiner-Glaubensregeln.  

Mit der Gründung des Klosters von St. Gallen begann auch eine rege kulturelle Tätigkeit der Mönche. Es entstanden kunstvolle Handschriften sowie theologische und wissenschaftliche Bücher. Im 9. Jahrhundert ist die Tätigkeit von rund 100 Schreibern nachweisbar. Auch die gregorianische Gesangskunst wurde gefördert und als dessen Lehrer amtete der von Papst Adrian I. von Rom gesandte Romanus.  

St. Gallen stand bis 818 unter der Verwaltung des Konstanzer Bischofs. Danach erteilte Ludwig der Fromme dem Kloster Immunität und setzte mit Gozbert einen eigenen Abt ein. Diese Periode wird als „Goldenes Zeitalter“ des Klosters bezeichnet, welches mit dem Einfall von ungarischen Reiterhorden 926 und der Feuersbrunst von 937 beendet wurde.  

Im 11. Jahrhundert erlebte das Kloster nochmals eine Hochblüte. Doch ab 1067 begann ein allgemeiner Niedergang der Macht und des Ansehens des Klosters. Nach der Reformation, bei der die Stadt St. Gallen unter dem humanistischen Bürgermeister Vadian zum reformierten Glauben wechselte, wurden die Rechts- und Güterverhältnisse des Klosters neu geregelt. 1755 wird die Klosterkirche und die Bibliothek neu aufgebaut. Die Helvetik setzte 1798 der territorialen Herrschaft des Klosterabtes ein Ende. Auf Beschluss der St. Galler Regierung wurde 1805 das Kloster aufgehoben. 42 Jahre später erhielt Sankt Gallen wieder eine eigene Diözese, nachdem es vorher Konstanz und ab 1821 Chur zugeteilt war.  

Heute residiert die kantonale Verwaltung in einem Teil des ehemaligen Klosters. Erhalten geblieben ist in seiner Funktion die Stiftsbibliothek in welcher 150'000 Bücher und rund 2000 Handschriften aufbewahrt werden (400 davon älter als 1000 Jahre). Die Stiftsbibliothek beherbergt zudem die bedeutenste Sammlung von irisch-keltischen Handschriften sowie das älteste deutsche Buch: Ein lateinisch-deutsches Wörterbuch aus der Zeit um 790.

1983 wurde der Stiftsbezirk St. Gallen in das Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen.  

2  Nithart-Erwähnungen aus den Jahren 800 bis 900

In den Kloster-Registern und Verbrüderungsbüchern findet man einige Mönche mit dem Namen Nithart (mit verschiedenen Schreibweisen). Es ist nicht nachweisbar, ob diesen Namensträgern der Heilige Nithard (Märtyrertod in Schweden um 845) bekannt war.

              

Dies ist eine Auswahl von 17 verschiedenen Seiten aus Verbrüderungsbüchern des Klosters Sankt Gallen mit Nithart-Erwähnungen

St Gallen um 1545, nach Heinrich Vogtherr

  

Das heutige Klosterareal und die Stiftsbibliothek

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